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Das Hostienwunder von Seefeld

Der Beginn des Tourismus in Seefeld / Tirol

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts hauste Oswald der Milser auf dem Schlossberg bei Seefeld. Er war ein stolzer und gewalttätiger Mann, der 1376 mit einem Gewaltstreich den frommen Abt Konrad Speiser von Stams gefangen nehmen ließ.

Der handschriftliche Bericht des heiligen Petrus Canisius beschreibt das Wunder mit folgenden Worten:

„Am Gründonnerstag des Jahres 1376 kam Ritter Oswald der Milser in die Kirche von Seefeld und forderte trotzig vom Priester bei der Osterkommunion eine gleiche Hostie wie bei der Messe selbst. Die kleine Hostie sei zu wenig für ihn. Der Priester willfahrte aus Angst seinem Verlangen.

Als ihm nun der Priester das Sakrament in einer großen Hostie reichte, da erzeigte sich alsbald die erschreckliche Hand Gottes. Es bewegte sich der harte Fels, auf dem der Altar stand, er öffnete sich, als wollte er den Ritter lebendig verschlingen. Als nun Oswald schon bis zu den Füßen in der Erde versunken war, erschrak er furchtbar und er wollte sich mit den Händen am Altar halten, ja er griff mit der rechten Hand verzweifelt den Altarstein. Aber da wurde auch dieser Stein weich wie Wachs, so dass die fünf Finger noch heutzutage zu sehen sind. Der Altarstein neigte sich sogar ein wenig gegen ihn.

Die Hostie aber hatte eine blutige Farbe bekommen, als sie die Zunge berührte. Der Priester nahm die Hostie wieder aus dem Munde.

Dorothea von Starkenberg, die Frau des Ritters Oswald, wollte diese Kunde nicht glauben. Voll Stolz und Verblendung rief sie aus: „Eher werde ich glauben, dass dieser dürre Stamm Rosen trage...“ Und augenblicklich sprießen drei Röslein aus dem dürren Holze. Die Rittersfrau wurde in ihrer Angst von Wahnsinn erfasst, so dass sie in die Wildnis der Berge floh und dort zugrunde ging. Oswald Milser aber zog sich in das Kloster Stams zurück und starb dort nach zwei Jahren als Büßer eines heiligmässigen Todes.“

Daraufhin kamen zahlreiche Pilger nach Seefeld, um den Ort des „Wunder“ zu sehen. Somit nahm der „Tourismus“ seinen Anfang – auch für das Klosterbräu.



 

 
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